Connected Car selber bauen – So geht´s

Axel Telzerow Cars

Wenn ich mich richtig auf ein Meeting gefreut habe, dann auf das mit Automatic.com. Das Versprechen des StartUps aus San Francisco jedes Auto in nur 5 Minuten in ein Connected Car zu verwandeln, musste ich einfach vor Ort überprüfen und natürlich mit meinem 2014er Toyota Prius selbst ausprobieren. 


Die Idee die hinter Automatic.com steckt ist ebenso so einfach wie genial. Die frei zugänglichen Daten die jedes Auto erzeugt abzugreifen, aufzubereiten und in einer App jedem Autofahrer zugänglich zu machen. Dazu muss der sogenannte Automatic Link einfach mit dem OBD-Port des Autos verbunden werden und eine Bluetooth-Verbindung zum Android- oder Apple-Smartphone hergestellt werden. Die Automatic-App gibt’s bislang nur im amerikanischen App-, bzw. Play Store, mit einem US-Gmail-Account aber kein Problem.

Alles wan braucht steckt in dieser kleinen Packung. Hochwertig gemacht, ganz im Apple-Stil

Alles was man braucht steckt in dieser kleinen Packung. Hochwertig gemacht, ganz im Apple-Stil

Im Praxis-Test gelingt das dann auch spielend einfach, ein Video in der App erklärt wo sich der OBD-Port verstecken könnte, im Beispiel des Prius im Fußraum unter dem Lenkrad.

Der kleine weiße Steckplatz liegt offen und versteckt sich nicht hinter einer Klappe

Der kleine weiße Steckplatz liegt offen und versteckt sich nicht hinter einer Klappe

Wichtig: Schaltet man Bluetooth ein, versucht sich das Smartphone sofort mit dem Automatic Link zu verbinden. Diesen Vorgang einfach abbrechen, da im späteren Installationsprozess über die App sonst keine Verbindung hergestellt werden kann.

Nach der Aufforderung in der App geht es runter auf die Knie.

Nach der Aufforderung in der App geht es runter auf die Knie.

Die App sagt dann auch sehr deutlich was gerade passiert, eine Unsicherheit kommt zu keinem Zeitpunkt auf, die Installation macht sogar Spaß.

Die App ist ganz im Apple-Stil sauber und ohne Schnickschnack aufgebaut.

Die App ist ganz im Apple-Stil sauber und ohne Schnickschnack aufgebaut.

Als ich aufgefordert werde den Automatic Link Adapter in den OBD-Port zu stecken, quittiert der Prius die Verbindung mit einem Pieps, das war´s.

Der Adapter rastet sauber ein. Sitz fest, kann mit einem sanften Ruck aber auch wieder entfernt werden.

Der Adapter rastet sauber ein. Sitz fest, kann mit einem sanften Ruck aber auch wieder entfernt werden.

Die App erkennt das Auto sofort als 2014er Toyota Prius. Der Grund dafür ist laut Ljuba Miljkovic, Chief Product Officer von Automatic, tatsächlich nicht etwa eine automatische Erkennung des jeweiligen Auto-Modells, sondern die seit 2 Jahren betriebene Sammlung von Daten über ein Heer von Studenten, Freunden oder Familien-Mitgliedern. Um ein Auto also in der Automatic-Datenbank aufzunehmen, müssen die Daten zuerst ausgelesen und dann um das genaue Automodell händisch ergänzt werden. Mittlerweile deckt die Datenbank nahezu jedes Modell seit 1996 ab, ganz gleich ob amerikanisches, deutsches oder asiatisches Automobil.

Nach der Installation kann ich noch meine amerikanische Mobilfunknummer hinterlegen, damit Automatic-Mitarbeiter im Falle eines Unfalls probieren können mich zu erreichen. Die Info zu einem möglichen Unfall ermittelt das System selbstständig über den eingebauten Beschleunigungssensor. Der Eintrag einer deutschen Nummer funktioniert nicht, da dieser Dienst aktuell nur in den USA angeboten wird. Jetzt kann´s aber endlich losgehen, das System ist bereit für meine erste Fahrt, die Überwachung läuft im Hintergrund, es ist nicht nötig Automatic jedes Mal über den Fahrtbeginn zu informieren.

Das System ist bereit es kann losgehen.

Das System ist bereit es kann losgehen.

Nach einer Runde um den Block überrascht mich das System mit der aufgezeichneten Route, den zurückgelegten Meilen und dem verbrauchten Kraftstoff. Da Automatic aber auch dazu beitragen will, das Fahrverhalten zu verbessern, bin ich froh, die Geschwindigkeit eingehalten und auf starke Bremsmanöver verzichtet zu haben.

Automatic kann auch loben. Bei meiner Fahrt nach Mountain habe ich alles richtig gemacht.

Automatic kann auch loben. Bei meiner Fahrt nach Mountain habe ich alles richtig gemacht.

In den folgenden Tagen zeichnet Automatic jede Fahrt auf, die nicht immer im grünen Bereich verläuft, aber Herrgott wozu habe ich denn schließlich diesen Rennwagen gemietet?! Das Feature mich gerade in einer Großstadt wie San Francisco wieder zu meinem geparkten Auto zu navigieren, nutze ich seitdem ständig, das „Wo habe ich noch mal geparkt?“ gehört endgültig der Vergangenheit an.

Kann beruhigt das Licht ausmachen. Der Prius steht sicher eingeparkt vorm Haus.

Kann beruhigt das Licht ausmachen. Der Prius steht sicher eingeparkt vorm Haus.

Fazit: Automatic.com kostet via Amazon oder BestBuy nur 99 Dollar, ist einfach zu installieren, macht jede Menge Spaß und liefert wirklich sinnvolle Informationen zum Fahrzeug aber auch zum Fahrverhalten. Die Kombination aus Datenlieferant und Bodyguard ist einfach so clever und nutzerfreundlich, dass Automatic schon bald auch den Sprung nach Europa wagen sollte.