Der Wetterfrosch im Auto

Axel Telzerow Cars

Einen Eiswarner hat mittlerweile fast jedes moderne Automobil an Bord. Fällt die Außentemperatur beispielsweise unter 3 Grad Celsius sollte man mit äußerster Vorsicht fahren und nicht zu stark bremsen.


Was aber wäre wenn mein Auto mir genau sagen könnte, wie die Fahrbahnbeschaffenheit der A2 gerade aktuell aussieht und ob ich meine Reise antreten sollte oder aufgrund von Eis besser verschieben sollte? Meldungen dieser Art kommen aktuell in erster Linie von der Straßenmeisterei oder der Autobahnpolizei, werden von Radiostationen abgefragt und im normalen Wetterbericht ausgegeben.

Das StartUp Weathercloud aus Boulder in Colorado will aber mindestens drei Schritte weitergehen. Mit der selbst entwickelten Technologie Ground Truth, bestehend aus drei einfachen Sensoren, die Informationen über Niederschlag, Temperatur, Bodenhaftung, Eis oder etwa eine mögliche Schneedecke aufzeichnen und dem Smarthub. Dieses kleine Kästchen sammelt die eingehenden Daten und sendet sie direkt in die Cloud, wo sie von selbstentwickelten Algorithmen ausgewertet und aufbereitet werden. Setzt dann eben beispielsweise Blitzeis auf der A2 ein, erhalten alle Nutzer eine sofortige Warnung. Die Montage ist dabei denkbar einfach. CEO Duer Reeves hat seine Sensoren sogar auch auf Reisen dabei, um einen Mietwagen in wenigen Minuten damit ausstatten zu können. Die Sensoren werden dazu auf Autoreifen, Autokennzeichen und Windschutzscheibe montiert.

sensoren

Der kleine Sensor (links) ist am Rad angebracht, der große Sensor (Mitte unten) am Nummernschild und der flache Sensor (Mitte oben) an der Windschutzscheibe.

Als besonderes Einsatzgebiet hat er auch die Selfdriving-Cars im Visier, die zur sicheren Fahrt ja auf eine Unmenge an Messwerten angewiesen sind und von Weathercloud enorm profitieren könnten.

Primäres Ziel von Weathercloud ist es aber zunächst mit amerikanischen Transport-Unternehmen zusammenzuarbeiten, um so viele Daten wie möglich einzusammeln und um nach Colorado dann die kompletten USA abdecken zu können. Neben amerikanischen Auto-Herstellern sind insbesondere Reifenhersteller an den erhobenen Daten interessiert, Gespräche soll es bereits geben. Der Sprung über den Teich nach Europa ist für Reeves dann auch erst einmal zweitrangig, aber dennoch sicherlich hochspannend.

Meinen Wunsch ein aktiver Teil der „Ground Truth Army“ zu werden, kann mir der Weatherman aus Colorodo deshalb auch noch nicht erfüllen. Aber einen Praxistest des Systems können wir bereits Mitte Februar machen, mehr dazu in Kürze an dieser Stelle und natürlich auf Computerbild.de.