Die Landlust auf Rädern

Axel Telzerow Cars

Wie kann man sich nur einen alten Land Rover Defender 110 kaufen? Fast alle meine autoverrückten Freunde haben nur den Kopf geschüttelt. Nicht connected, kein Dampf unter der Haube, aber dafür ganz viel Technik aus dem Automobil-Museum. Und sie sollten auch irgendwie Recht behalten, denn mit keinem anderem Auto habe ich in so kurzer Zeit so viel erlebt. Drei gerissene Keilriemen, eindringendes Wasser, unzählige Ölflecken auf dem Hof und eine genervte Familie die Sitzheizung, Klimaanlage und andere Annehmlichkeiten unseres „richtigen“ Autos vermisst. „Papa, können wir bitte mit dem Smart fahren?“

Aber unsere anderen Autos haben auch keinen eigenen Instagram-Account und eine eigene Facebook-Seite und keine stetig wachsende Community von ähnlich verrückten Defender-Liebhabern, die ganz genau verstehen warum ich mich so unsterblich in diesen grünen Dinosaurier verliebt habe. Der „Tithonus“ von 1986 ist für mich die „Landlust auf Rädern“, die pure Entschleunigung, das genaue Gegenteil von dem, was ich als Teutonic Techie immer gepredigt habe.

Es ist ein Auto, das man wieder lieben kann, eins mit Macken, mit Ecken und Kanten im wahrsten Sinne des Wortes, ein Auto, das zwischen 1948 und 2016 mehr als 2 Millionen mal gebaut wurde. Angeblich sind davon noch 75% im Einsatz, überall verteilt auf der Welt. Im Urlaub hatte mein Landy das Vergnügen in einer indisch-pakistanischen Werkstatt von zwei norwegischen Griechen betreut zu werden und jeder wusste eine Geschichte zu erzählen, egal ob von britischen Besatzern oder verrückten Touristen die sich mit so einem Haufen Schrott bis zum Nordkapp wagen wollten. In einer anderen Werkstatt erzählte der norwegische Afghane bei einem Tee so wunderbar von seiner Heimat und dass er schon als Kind an alten Defendern rumgeschraubt hatte.

Aber ich wäre nicht ich, wenn ich nicht versuchen würde dem Landy trotzdem etwas Modernität zu verleihen. Und so gibt es mittlerweile ein iPad für den lieben Kleinen auf dem Rücksitz, die erste (!) Handyhalterung meines Lebens auf dem Dashboard und dank dem verbauten Doppelbatterie-System auch zwei USB-Buchsen zum Aufladen von Smartphones, Kindle, Spiegelreflex, GoPro, Drohne oder Taschenlampen. Welche (Outdoor-)Ausrüstung so alles im Monster steckt, verrate ich Euch in einem weiteren Post. Hier oder an einer anderen Stelle….

Stay tuned 😉